Passiv-aggressive Persönlichkeit

Passiv-agressive (oder auch negativistische) Menschen lassen uns auflaufen. Sie weichen aus, mauern, sticheln… Sie zeigen u.a. folgende Taktiken:

  • Ein verletzender Satz mit einem Grinsen und dem Kommentar: „du bist aber empfindlich, war ja nur Spaß!“ oder „sei doch nicht so mimosenhaft“…
  • Sich dumm stellen / Vergessen: „Ach, hatten wir das wirklich besprochen?“, „entschuldige, habe ich vergessen!“
  • Versprechungen aufschieben
  • Den anderen auflaufen lassen – Informationen nicht oder nicht rechtzeitig weitergeben, wohlwissend, dass der andere sie benötigt
  • zu spät kommen
  • aus „Versehen“ den anderen stören
  • Klatsch, #gerüchte verbreiten
  • Schweigen, Liebesentzug (als Strafe oder den anderen verunsichern wollen)
  • Die #schuld auf den anderen schieben
  • #trotz, #reizbarkeit, #streitlust

Es entstehen teilweise sehr große Konflikte, denn das Opfer bekommt den passiv-aggressiven Partner nicht zu fassen („was habe ich schon getan? Sage es mir! Ich habe dir nichts getan“). Dieser leugnet jede böse Absicht. Nicht selten wird der Spieß umgedreht und das Opfer wird als Provokateur dargestellt. Menschen, die sich passiv-aggressiv verhalten agieren ambivalent, unverbindlich und verletzend, leugnen gleichzeitig jeden Affront – sie sind für andere schwer auszuhalten.

Wie reagiere ich als #opfer? Sich NICHT PROVOZIEREN LASSEN – und nicht mit der Wut zu reagieren, die der andere in sich versteckt und sich nicht zu zeigen traut. Es ist wichtig, dieses Verhalten möglichst rasch zu erkennen, es zu enttarnen. Selber ruhig bleiben, klar bei sich bleiben! Passiv-aggressive Menschen setzten alles daran, bloß nicht zu verlieren – und dafür notfalls auch auf zerstörerische Schritte zurückgreifen. Verlieren geht nicht, Hauptsache immer Rechthaben – egal was es koste!

Ziel in einer #psychotherapie ist, dass die Betroffenen mehr Vertrauen in zwischenmenschliche Beziehungen entwickeln. In einer kognitiven Verhaltenstherapie können passiv-agressive Menschen lernen, ihre Gedanken zu überblicken, Emotionen wahrzunehmen. V.a. Wut zulassen, spüren, falsche wutassoziierte Annahmen umbewerten und Wut adäquat leben lernen. Der Leidensdruck liegt aber meist nicht beim passiv aggressiven Charakter, sondern beim Partner – der auch meistens eine psychotherapeutische Hilfe aufsucht.

Mein Wunsch wäre, dass v.a. Partner von passiv-aggressiven Menschen Psychotherapie in Anspruch nehmen und lernen die Taktik ihres Partner schneller zu enttarnen und fähig sind, schneller aus dem Teufelskreis auszusteigen.